
Escholzmatt

Die älteste Form einer Gemeinde ist die Korporationsgemeinde, welche in der «freien Marktgenossenschaft» ihren Ursprung hat. Das Wort <Korporation> stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Körperschaft. In der Völkerwanderungszeit des 9. bis 10. Jahrhunderts haben bei uns der germanische Stamm der Alemannen Besitz vom neuen, eroberten Land genommen. Dieses wurde dann allein oder gemeinsam bewirtschaftet. Die einzelnen Sippen der Alemannen liessen sich teils hof-, teils dorfweise nieder. So entstanden kleinere Weiler und Dörfer. Das zwischen den Weilern und Dörfern liegende Land wurde von den anstossenden Bewohnern gemeinsam bentutzt. Vor allem die gemeinsame Bewirtschaftung führte bei uns zu den Korporationen.
Im Jahr 1514 bestand für alle Bewohner des Amtes das gleiche Gemeinderecht, das sogenannte Landrecht, das die Leute in drei Klassen einteilte: a) Landleute, b) Hintersässen oder Beisässen, c) Gäste. Rat und Burger der Stadt Luzern übergaben den Entlebuchern das gesamte Hochwaldgebiet zur Nutzung, nicht aber zu Eigentum. Nutzungsberechtigt waren allein die vollberechtigten Bürger und Landleute. Aus dem Nutzungsrecht der Landleute ergeben sich die heutigen Korporationsbürgerrechte.
Wer ausserhalb des Dorfes wohnte, der hatte keinen Anteil an der gemeinsamen March und wurde Beisässe oder Hintersässe genannt. Beisässen hatten kein eigenes Haus. Sie sassen ursprünglich als Knechte, Handarbeiter oder Hausleute auf der Hofstatt eines Nutzungsberechtigten. Sie sassen hinter den Berechtigten. Der Hintersässe besass kein Genossenrecht.
Somit erhielten die Landleute das Nutzungsrecht über die Korporationsgüter. Hintersässen, Beisässen, Zugewanderte, Gäste und Fremde waren ausgeschlossen. «Nutzungsberechtigt ist jeder Korporationsbürger, der einen eigenen Haushalt führt und <Licht und Feuer> besitzt.» Die Nutzung bestand damals im Viehauftrieb, die Waldweide war üblich, die Waldnutzung unbedeutet.
*) Texte aus «200 Jahre Korporation Escholzmatt 1794 - 1994»
Zur Korporationsgemeinde Escholzmatt gehören heute rund 360 ha Wald und verschiedene Pachtliegenschaften in Flühli (Bleiken, Bleikenrohr und Blattli, Bleikenboden) und Escholzmatt (Mittlisthütten, Ober- und Undter-Schriberschwändeli, Chräzen und Dürrenbach). Die Korporationsgemeinde Escholzmatt zählt zur Zeit knapp 1'000 Bürgerinnen und Bürger.
Der Korporationsrat besteht aus 3 Mitgliedern und dem Schreiber. Der Rat setzt sich wie folgt zusammen: