
Escholzmatt

(Gedicht von Carl Robert Enzmann, 1888-1931)
O Äschlismatt, mis Äschlismatt,
Du bisch es Dorf, und doch e Stadt.
Froh wie Paris und fromm wie Rom:
E Chile hei mer wie ne Dom.
Die Hüüser stai so stattlech da;
Dr Hansjakob het Freud dra gha.
Das Schybidänkmal, wo mer hei,
isch doch e ganz solide Stei.
Mier lache gärn ob guete Witze
und tüi n-is ordli glii erhitze.
Doch das begriift ja jederma:
Es rächts Huus muess ne Füürhärd ha.
Mier si begeisteret für d’Gschicht,
das isch doch nüd as Rächt und Pflicht.
Dr Pfarrer Stalder, äbe dä, het üs das gueti Biispiel gä.
Im Arangschiere si mer gross,
dr Wiiberschiesset zeigt’s famos.
Mier stai grad uf der Wasserscheide:
Luzärn und Bärn, mier heis mit beide!
Die News aus der Gemeinde Escholzmatt sind unter Aktuell zu finden.
Die Besiedlung des Entlebuchs erfolgte im Vergleich zu anderen Regionen verhältnismässig spät. Der Ortsname Escholzmatt ist urkundlich erstmals im 12. Jahrhundert (1160) als "askolvismatten" feststellbar. Das Gemeindewappen mit dem Turm auf dem grünen Dreiberg erinnert daran, dass sich die ehemalige habsburgische Herrschaft auf je eine Burgfeste auf dem Hinderchnubel und in Wiggen stützte. Die flankierenden Kreuze stellen den Bezug zu den Deutschrittern von Sumiswald her.
Escholzmatt auf der Wasserscheide zwischen Bern und Luzern ist zwar eindeutig auf Luzern ausgerichtet, neigt sich auf der Südwestseite aber auch gegen die bernische Nachbarschaft. Seit dem Sempacherkrieg 1386 gab es immer wieder Kriegsleute aus unserer Talschaft, die auf der Seite Luzern auf verschiedenen Schlachtfeldern ihren Mann stellten. Als die Herrschaft der städtischen Obrigkeit von Luzern den Entlebuchern zu streng wurde, wehrte sich die Landschaft im Bauernkrieg (1653), wobei Escholzmatt in Christian Schybi den militärischen Führer stellte. Der Aufstand der Bauern scheiterte kläglich, und mit Schybi mussten weitere Entlebucher ihren Mut mit der Hinrichtung bezahlen. Ein Denkmal auf dem Dorfplatz hält das Andenken an Christian Schybi und seinen Mitstreiter Hans Emmenegger wach.
Ein weiteres Denkmal – mitten auf der Wasserscheide zwischen Kleiner und Grosser Emme – erinnert an den ehemaligen Pfarrer von Escholzmatt, Franz Joseph Stalder (1757 - 1833), der als eine der wichtigsten Gestalten der Schweizer Kulturgeschichte und als Begründer der deutschschweizerischen Dialektologie gilt.
